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Kotze Biografie Endfassung Druck 17.11._
Kotze Biografie Endfassung Druck 17.11._

Im Druck, 264 S., TB DinA5 Format, durchgehend bebildert, 23,80 €.

Stefan von Kotze ist in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts einer der bedeutendsten deutschsprachigen Reiseschriftsteller. Das Patenkind Otto von Bismarcks hat lange in Papua-Neuguinea, noch länger in Australien gelebt, die afrikanischen Kolonien besucht, den Orient bereist. Seine brillante Wahrnehmung menschlicher Eigenarten und sein schnoddriger Schreibstil erfreuten sich weit über seinen Tod hinaus einer großen Leserschaft und fanden selbst im Reichstag Widerhall. „Ihm schlug in der Brust das ewig unruhige, nie zufriedene, in Sehnsucht emporverlangende Herz des Deutschen. Und in einer Kammer dieses Herzens: Da wohnt der Humor“, würdigt ihn Kurt Tucholsky in einem späten Nachruf.

Dies ist die erste Biografie für dieses abenteuerliche Herz,

das politisch in keine Schublade paßt. Email: verlag.factum.coloniae@gmail.om

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Edelweißpiraten jenseits der HJ erforscht

 

Edelweißpiraten – der Name hat Klang. Gesorgt hat dafür der 2015 verstorbene Soziologe Arno Klönne mit seiner Forschungsarbeit zu „Jugend im Dritten Reich“.  Er stieß auf die „Edelweißpiraten“ als Jugendgruppen, die von der Gestapo verfolgt wurden – und sortierte sie kurzerhand als bündische Widerstandsnester gegen den Nationalsozialismus, als jugendbewegte Opposition ein. Doch stimmt das Bild.

Mit beachtlicher Akribie ist Volkskundler Ralf Küttelwesch der Frage nachgegangen und hat seine Forschungsergebnisse jetzt unter dem Titel „Bündische Jugend und Edelweißpiraten im Dritten Reich an Rhein und Ruhr“ vorgelegt und dabei nicht auf einen umfangreichen Fußnotenapparat und ein mehrseitige Literatur- und Quellenverzeichnis verzichtet. Küttelweschs neuestes Buch verzichtet damit bewusst nicht auf wissenschaftliche Überprüfbarkeit seiner Gegenthese zur bisherigen indifferenten Glorifizierung aller Jugendgruppen, die von der Gestapo als Edelweißpiraten einsortiert waren. Der Autor hat neben 300 Fußnoten ergänzende Zeitzeugeninterviews geführt und in Gestapoakten zwischen 1939 und 1945 im Düsseldorfer Hauptstaatsarchiv recherchieren können.

Der Autor differenziert deutlich zwischen Bündischen einerseits, die sich Konflikte mit der HJ leisteten, und Jugendhorden ohne bündischen Bezug, die schlichtweg den Dienst in der Hitlerjugend ablehnten und teils einfache kriminelle Jugendbanden waren.Das gelingt ihm, weil er das Wesen des Bündischen über die reine Symbolik hinaus verständlich macht und sich nicht damit begnügt, die Jugendgruppen jenseits der HJ pauschal als Gegner der Staatsjugend zu definieren.Er liefert zahlreiche Bilder und Dokumente, mit denen er die Unterscheidbarkeit zwischen HJ, Bündischen und illegalen, teils schlicht kriminellen Jugendgruppen stützt.

Das Verdienst des Autors liegt somit in der sauberen Differenzierung zwischen bündischer Jugendkultur jenseits der HJ und anderen subkulturellen, bislang oft indifferent glorifizierten Erscheinungsformen von Jugendzusammenschlüssen nach dem Verbot der Jugendbünde 1936 durch Baldur von Schirach zugunsten einer Gleichschaltung der Jugendlichen in der HJ als Staatsjugend.

Bernhard Knapstein


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